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Hersfelder Zeitung (14. September 2009)

 

Sogar Kinder im Visier von Neo-Nazis

Experte warnt: Rechtsextremisten werben gezielt um Nachwuchs

 

Von Kai A. Struthoff

 

Bebra. Rechtsextreme Parteien und Gruppierungen werben auch in unserem Kreis gezielt um jugendliche Anhänger. "Viele ganz normale Jugendliche haben inzwischen ein rechtsextremes Weltbild", warnte der Soziologe und Rechtsextremismus-Experte Helge von Horn auf einer Veranstaltung der Partei "Die Linke" in Bebra. Studien zufolge gebe es ein rechtsextremes Potenzial von bis zu 15 Prozent bei Jugendlichen.

 

Eltern und Lehrer haben es oft schwer, ein Abdriften junger Leute in die rechte Szene rechtzeitig zu erkennen. Vor allem das Internet und noch mehr die Musik seien wichtige Transportmedien für rechtsextremes Gedankengut. Auch die berüchtigten "Schulhof-CDs" mit rechtsradikaler und ausländerfeindlicher Musik sollen an hiesigen Schulen im Umlauf sein. Besonders perfide: Die Neo-Nazis richten ihre Propaganda gezielt an Jugendliche zwischen zwölf und 14 Jahren, weil diese den Nationalsozialismus noch nicht als Thema in der Schule hatten.

 

Obwohl laut Helge von Horn die rechte Szene im Kreis nicht so offen auftrete wie etwa in Schwalm-Eder, gebe es auch hier Aktivisten und entsprechende Strukturen. Beleg dafür sei unter anderem die NPD-Plakatierung zur Bundestagswahl an allen zentralen Straßen in der Region. Eine besondere Gefahr gehe hier zudem von losen rechtsextremen Gruppierungen wie etwa den "Freien Kräften Fulda" oder der "Kameradschaft Waldhessen" aus.

 

Letztere sei mit ihrem Internetauftritt "deutlich als Nazi-Gruppierung zu erkennen", sagte von Horn. Auf der Demonstration von Rechtsextremisten in Dresden waren Transparente mit Aufschriften aus Bad Hersfeld und Fulda zu sehen. Schwierig ist es, Rechtsextreme als solche zu erkennen. Sie tragen längst nicht mehr nur Glatze und Springerstiefel.

 

 

 

Quelle: http://www.hersfelder-zeitung.de/breakingnewsticker/00_20090913210647_Sogar_Kinder_im_Visier_von_Neo_Nazis.html

 

 

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