Nieder-Gemünden (ek). Im Rahmen des Bundesprojektes "Vielfalt tut gut, Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" beteiligten sich Schüler der Klassen 8/10 und 9/10 der Pestalozzischule, Förderschule, an einem ganztägigen Seminar mit dem Thema "Rechtsextremismus". Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Jugendförderung des Vogelsbergkreises statt und als Referent hatte man Helge von Horn gewinnen können. Zunächst erarbeiteten die Schüler unter Anleitung des Referenten viele Inhalte. So galt es zunächst einmal zu klären, was Rechtsextremismus eigentlich ist, welche äußeren Erkennungszeichen er hat. Als wesentliche Punkte wurden dabei erarbeitet, dass es sich bei Rechtsextremismus um einen aggressiven Nationalismus handelt, der regelmäßig mit großer Ausländerfeindlichkeit einhergeht. Geprägt sei dieser Rassismus durch Antisemitismus, durch Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Militarismus und das so genannte "Führertum" seien ebenso klare Zeichen wie eine Verherrlichung des NS-Staates und die Bereitschaft zur gewaltsamen Durchsetzung.
Ein weiterer wichtiger Baustein zum Verständnis waren die Analysen zum demokratischen Rechtsstaat, in dem man selbst lebt. Die Schüler erfuhren dabei viel über die wesentlichen Inhalte und Freiheiten, die ein demokratischer Rechtsstaat wie die Bundesrepublik Deutschland seinen Bürgern bietet. Über die Volkssouveränität und die Gewaltenteilung in Exekutive, Legislative und Judikative bis hin zu unumstößlichen Grundrechten, verankert im Grundgesetz, Rechtssicherheit, Rechtsgleichheit und dem unabänderlichen Verfassungskern wurden die vielen positiven Inhalte des Rechtsstaates ausführlich besprochen.
Gerade die Gegenüberstellung zwischen einem demokratischen und einem rechtsextremen Weltbild verdeutlichten anschaulich die elementaren Unterschiede. In einer sehr sachlichen und engagiert geführten Diskussion analysierten die Seminarteilnehmer, welche Personen von welchem Weltbild profitieren, wobei sie zugleich für eine Unterscheidung der Ansichten sensibilisiert wurden.
Nach der Pause wurde der Film "Platzangst" gezeigt, in dem ein Junge in die rechte Szene abzudriften droht. Zugleich hat dieser Junge eine russlanddeutsche Freundin und steckt damit in einem tiefen Konflikt. In der anschließenden Diskussion zum Film beschäftigte die Schüler besonders die erschreckend deutlich gewordene Gewaltbereitschaft der rechten Szene.
Zum Abschluss erfuhren die Schüler noch einiges über die rechtsextremistische Propaganda, über die so genannte "Schulhof-CD" der NPD und darüber, dass Musik als Verbreitungsmedium rechtsextremistischer Ansichten angesehen wird und auch immer wieder entsprechend zum Einsatz kommt. Nur mit diesem Wissen darüber ist es möglich diesen Dingen angemessen zu begegnen und nicht auf diese Propaganda hereinzufallen, so eine abschließende Botschaft des Seminars.
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